Auch die Aktiven sind mit den Bedingungen beim Lauf sehr glücklich. Bei den Männern gewinnt der Favorit, eine starke Leistung zeigt auch Maja Betz.
Rösslers Großeltern freuen sich
„Ein sensationeller Abend in Bad Neustadt und eine echte Werbung für den Laufsport“, lautete das Fazit von Georg Straub, dem Sparkassenvorstand, nach dem Sparkassen-Stadtlauf bei besten Laufbedingungen. „So eine große Zahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Hauptlauf, eine Topsiegerzeit und eine prächtige Stimmung. Was will man als Veranstalter mehr?“
Sage und schreibe 324 Aktive standen an der Startlinie und aus dem Lautsprecher ertönte „Eye of the Tiger“, ehe Bürgermeister Michael Werner den Schuss über die 8,65 Kilometer gab. Lennart Rössler vom SC Ostheim wurde seiner Favoritenrolle gerecht, hatte gemeinsam mit Albert Hyneck (TSV Benshausen) eine schnelle erste Runde hingelegt. In der darauffolgenden allerdings war der Youngster aus Niederlauer schon unwiderstehlich davongezogen. Zwei kleine Jungen am Streckenrand konnten es nicht fassen. „Hast du das gesehen? Der im roten Trikot fliegt ja fast vorbei“, staunten sie.
Aktive loben die Atmosphäre
Zweiter wurde Philipp Widmann vom Pecht Team vor Volker Krines aus Eußenhausen. Eine Sekunde vor ihm – mit 32:36 Minuten – überschritt mit einer phänomenalen Leistung Maja Betz (SC Ostheim) die Ziellinie und blieb damit auch nahezu vor dem kompletten Männerfeld. Vorjahressiegerin Jennifer Romanovski (Heartbeat Ultra Team) und die Herschfelderin Katrin Bock folgten auf den weiteren Plätzen bei den Frauen.
„Die Atmosphäre ist wirklich besonders – man wird regelrecht getragen“, hieß es von vielen der Aktiven, die das Abklatschen der Kinder als willkommene Ablenkung nutzten. Den größten Fanklub dürfte Klara Hasenpusch, Läuferin des TSV Brendlorenzen, für sich beanspruchen können. In jeder Runde frenetisch gefeiert wurde sie Dritte bei den Jugendlichen. Jonas Radina aus Saal hatte im Ziel einen kurzen Moment überlegt, ob er tatsächlich alle Runden absolviert hatte. „Der Blick auf die Uhr hat es mir aber bestätigt“, sagte er lachend und war mit seiner Zeit sehr zufrieden.
Etliche weitere Läuferinnen und Läufer wuchsen durch die lautstarke Anfeuerung über sich hinaus und sprinteten auf der langen Zielgeraden. „Ich wollte eigentlich gar nicht so schnell laufen, aber die Leute peitschen einen regelrecht auf den letzten Metern ins Ziel“, sagte eine junge Sportlerin aus Bad Neustadt, die erstmals beim Sparkassenlauf am Start war. „Die tolle Stimmung, die Ansagen, wenn du deinen Namen hörst, schwappt das einfach vom Publikum auf uns Aktive zurück“, meinte sie begeistert. Trotz Anstrengung sah man in den allermeisten Gesichtern ein Lächeln.
Mit einem Handicap hatte Vanessa Böhnlein aus Hohn zu kämpfen, die ihr Kind im Buggy nach der ersten Runde ihrem Ehemann übergeben wollte, ihn aber nicht ausfindig machte. Viel Lob gab es seitens der Laufenden für die fachkundigen Ansagen und den reibungslosen Ablauf.
Ein Raunen ging durch die Menge, als Rössler – schneller als der Trommelrhythmus von „Schlagartig“ – mit langen Schritten scheinbar mühelos die Hohnstraße hinauf raste. „Es war ein toller Lauf, man sieht die vielen bekannten Gesichter, das pusht natürlich“, erklärte der spätere Sieger. Er habe auch in den Passagen, wo kaum Zuschauende standen, sein hohes Tempo durchgezogen, dadurch kam die herausragende Zeit von 30:00 Minuten zustande. Rösslers Großeltern standen ebenfalls am Streckenrand und freuten sich, „dass der Bub daheim so ein tolles Rennen zeigen kann“.